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Sehenswürdigkeiten in Höchstadt a.d.Aisch

Marktplatz

Das Marktrecht wurde 1382 von Fürstbischof Lamprecht von Brunn verliehen. Ursprünglich fanden 8 Jahrmärkte zur Versorgung der Einwohner und der umliegenden Bauern statt. Ab 1568 (Fürstbischof Veit II. von Würtzburg) gab es zusätzlich für jeden Samstag einen Wochenmarkt. Heute finden auf dem Markplatz jeden Samstag und Mittwoch ein Bauernmarkt und einmal jährlich der Faschingsmarkt, der Ostermarkt, der Maria-Geburt-Markt sowie der Weihnachtsmarkt statt.

Auf dem Höchstadter Marktplatz sind sehenswerte Bauten erhalten

Der Barockbrunnen mit seinen vier auf Sandsteinsockel errichteten toskanischen Säulen und der zweifach geschweiften schiefergedeckten Haube.

Das Rathaus, ein zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, wurde vor gut 200 Jahren, im klassizistischen Stil erbaut. Es beherbergte ursprünglich das Rentamt (Behörde der Finanzverwaltung) der fürstbischöflichen Landesregierung. 1898 wurde es zusammen mit dem nachbarlichen Dengleranwesen im neoklassizistischen Baustil saniert.

Das Dengleranwesen (ehemals „Salershaus“), ein zum Rathaus gehörender, zweigeschossiger traufständiger Fachwerkbau mit Satteldach und stichbogiger Tordurchfahrt. Es erschien bereits im Bürgerverzeichnis von 1625 und wurde im 30 jährigen Krieg 1633 zerstört. Nach Wiederaufbau Ende 17. Jahrhundert findet sich eine reich gefasste Fassade mit rotem Zierfachwerk, typisch für kleinstädtische Ackerbürgerhäuser, also Anwesen, in denen neben Landwirtschaft auch ein Handwerk (Seiler) und die Wohnung der Besitzer untergebracht waren.

Eine Madonnenfigur am Marktplatz 2, aus dem frühen 18. Jahrhundert. Ein schönes Beispiel einer „Hausfigur“.

Hausfiguren

Hausfiguren stellen und stellten mit wenigen Ausnahmen entweder eine Madonna oder eine/n Heilige/n dar, damit sollte das Haus gesegnet und damit geschützt werden.

Die Madonnenfigur am Marktplatz ist ein schönes Beispiel einer solchen "Hausfigur". Um diese Madonnen-Statue rankt sich die Legende „Der Schwede und das Kind“: Im 30 jährigen Krieg soll ein mordlüsterner schwedischer Soldat solange wahllos Höchstadter Bürger gemeuchelt haben, bis ihm die Mutter Gottes erschien und ihm, als er gerade ein Kind töten wollte, Einhalt gebot.

Kommunbrauhaus

Wegen der Kriegsdienste und der Erhaltung der Befestigungsanlagen der Stadt, welche die Bürger von Höchstadt zu leisten hatten, erhielten sie schon sehr bald nach der Stadtgründung vom Bamberger Fürstbischof das Recht Bier zu brauen, auszuschenken und zu verkaufen. Es entstanden viele kleine Privatbrauhäuser.

Für die umliegenden strohgedeckten Wohnhäuser stellte das Darren (= Trocknen) der Maische über offenem Feuer während des Brauvorganges eine große Brandgefahr dar, und so verbot der Bamberger Bischof Johann Philipp von Gebsattel im Jahr 1604 das Brauen in den Bürgerhäusern und forderte die Höchstadter auf, ein Kommunbrauhaus zu errichten. Fortan durfte nur noch im Kommunbrauhaus gebraut werden. Die Bürger holten dort ihr Bier ab und brachten es zum Lagern und Reifen in die Sandsteinkeller am Kellerberg. Die wurden in mühevoller Handarbeit in den Fels gehauen.

Der aktuelle Barockbau stammt aus dem Jahr 1741 und ersetzte das alte Kommunbrauhaus. Es ist ein repräsentativer Genossenschaftsbau, dessen Fassaden aus Sandstein mit Pilaster und Bossenmauerwerk architektonisch klar gegliedert sind. Als Symbol des Bürgerstolzes erhielt es ein hoch aufragendes Walmdach.

Nachdem dieses Kommunbrauhaus wegen der großen Biernachfrage Anfang des 20. Jahrhundert zu klein wurde und die Brauerei Blauer Löwe und das Brauhaus Höchstadt entstanden, wurde es aufgegeben. 1986-1989 wurde es dann von Grund auf saniert und dient heute als Sitzungssaal und Stadtarchiv und wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Der Kellerberg

Der Kellerberg mit der größten Kellervernetzung ganz Europas. Die Anlage ist ca. 400 Jahre alt. Unter 24 so genannten Kellerhäuschen befinden sich über 200 Keller und in den Sandstein gehauene Gänge mit einer Gesamtlänge von rund zwei Kilometern.

Er ist die Höchstadter Kelleranlage, entlang der Staatsstrasse 2763 und hat insgesamt 26 Eingänge. Von diesen geht ein wahres Labyrinth von Stollen und Gängen ab, sie ähnelt damit einer Bienenwabe. Das Kellersystem ist mehrstöckig aufgebaut und weitverzweigt.

Von den Hauptstollen abgehend wurden nochmals etwa 218 Lagerkeller in den Fels gehauen. Die Gesamtlänge aller Kellergänge liegt bei über 2000 Meter. Die meisten Keller wurden von den ortsansässigen Hausbrauern geschaffen. Ein kleiner Teil der Keller wurde von den Höchstadter Brauereien in den Fels gehauen. Am Kellerberg gibt es 22 Kellerhäuschen. Die meisten von ihnen gehören sogenannten Kellergemeinschaften.

Stadtmauer

Befestigungsrecht und Stadtmauern

Seit der Antike bis in die Neuzeit sind Stadtmauern ein fast unabdingbarer Bestandteil jeder Stadt, eine historische Befestigungsanlage zum Schutz vor Angreifern. Sie besteht aus Stein oder Lehm und ist mindestens mannshoch, meistens deutlich höher. Sie umgab eine

Ortschaft ganz oder teilweise, je nach Gelände wurden auch natürliche Hindernisse wie Felsen oder Flüsse einbezogen. Eine Stadtmauer konnte nur durch die Stadttore passiert werden. Eine Wehrmauer zu errichten war im Mittelalter ein Privileg, das durch das

Befestigungsrecht verliehen wurde. Die Wehrmauer wurde damit zum Merkmal einer Stadt oder eines Marktes. Das Stadt- oder Marktrecht war aber nicht automatisch mit dem Befestigungsrecht verbunden.

Bei der Höchstadter Stadtmauer handelt sich um einen Teil des sogenannten „Zweiten Berings“ Höchstadts, der nur die Kernstadt, nicht aber die Vorstädte schützte. Die Mauer wurde um 1380 anstelle einer Palisadenumzäunung errichtet. Sie war ursprünglich höher, von einem Wassergraben umgeben und mit einem Wehrgang versehen.

Man kann die Bauweise gut erkennen: an der Innen- und Außenseite wurden große rechteckige Steinquader gesetzt und der Zwischenraum mit Bruch- und sonstigem Baumaterial ausgefüllt, so dass kein Bauschutt übrig blieb.

Gebaut wurde sie übrigens von den Bürgern. Sie waren dazu dem Landesherren, dem Fürstbischof von Bamberg, verpflichtet.

Stadtmühle

Ein zweigeschossiger Sandsteinquaderbau aus dem Jahr 1775, mit Eckpilastern, Gurtgesims und Mansarddach, wurde 1348 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich war es eine Mühle mit einem Mahlwerk plus Schneidemühle mit 5 Mahlgängen ausgestattet. Ende des 18. Jh. brannte die Mühle komplett ab und wurde ein Jahr später wieder aufgebaut, Anfang des 20. Jh. erfolgte der Einbau einer Turbine.

1903 wurde in Höchstadt die Straßenbeleuchtung eingeführt und 1904 der Müller mit der Stromerzeugung beauftragt, 1911 dann Einbau der 2. Schachtturbine mit 40-50 PS. Im Jahr 1995 folgte die  Generalüberholung und Stillstand der Mühle.

Spitalkirche St. Anna

Sie ist eine Stiftung des Forchheimer Chorherren Michael Koslinger von 1513. Die Innenausstattung wurde nach der Zerstörung 1623 barock erneuert.

Christuskirche

Das Gotteshaus für die nach 1945 stark angewachsene evangelische Kirchengemeinde wurde 1961 errichtet Die Reliefs der Pfeiler im Inneren stellen die Schöpfungstage dar.

Alter Kuhstall

Ein barocker Kuhstall mit wertvollem Kreuzgewölbe aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Alte Aischbrücke

Eine Sandsteinbrücke auf der Südseite der Stadt Höchstadt über die Aisch. Erbaut im 14. Jhdt. an der Stelle einer Furt, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1391. Eine gewölbte Sandsteinbrücke mit sieben Rundbögen, massiven Seitenbrüstungen und

Entwässerungsöffnungen. Die Brücke ist 110 m lang, die Breite der Fahrbahn beträgt ca. 2,80 m bis 3,50 m – die Breite der Brücke war ausgelegt für ein Ochsengespann. 

Brückenzoll

Die schmale Zufahrt konnte gut gesichert werden, da sicherlich nicht mehr als ein Ochsengespann zurzeit die Brücke passieren konnte. So war eine „Verkehrsregelung“ erforderlich, die von einer Brückenwache erledigt wurde, die so einen Brückenzoll kassieren konnte, der für die Finanzierung der Stadterneuerung eine große Hilfe war. Die Aufgabe der „Brückenzolleinnahme“ wurde an Bürger der Stadt „verpachtet“.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Brücke mehrfach ausgebaut, in den Jahren 1981/82 sowie 2008/9 erfolgte eine umfassende Sanierung.

St. Johannes Nepomuk

Etwa in der Mitte der Brücke befindet sich die Statue des Heiligen Johannes Nepomuk. Sie wurde um 1750 aufgestellt und war eine Stiftung eines Hochstädter Ehepaares.

Nepomuk gilt als wichtigster Brückenheiliger auf der Prager Karlsbrücke. Laut Legende war Nepomuk der Beichtvater der Königin von Böhmen. König Wenzel IV. wollte ihn zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen, um zu erfahren, was seine Ehefrau gebeichtet hatte. Nepomuk weigert sich und Wenzel lässt ihn foltern, die Zunge herausschneiden und in die Moldau werfen. Die Moldau trocknet an dieser Stelle aus und der Leichnam kann geborgen werden. An der Fundstelle erschien ein fünfsterniger Strahlenkranz, der heute in vielen Darstellungen von St. Johannes Nepomuk verwendet wird.

Schloss

Auf einem Sandsteinhärtling mit Steilhang und der Aisch auf der West- und Südseite stand schon die Burg der Grafen von Höchstadt. Aus ihrer Zeit sind allerdings im heutigen Baubestand keine Reste mehr erhalten. Der älteste Teil des heutigen Schlosses ist das massive Fundament eines Turmes an der Nordostecke aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Dieser maß 12 x 12 m und die Mauerstärke betrug 3 m. Ab Ende des 13. Jahrhunderts fanden umfangreiche Baumaßnahmen statt und seine heutige Gestalt erhielt das Schloss in den Jahren um 1714 durch Bischof Lothar Franz von Schönborn.

Das fürstbischöfliche Schloss ging 1803 mit der Säkularisation in das Eigentum der Bayrischen Krone über, 1963 wurde der Landkreis Höchstadt Eigentümer des Schlossteiles aus der Renaissance, der gesamten Hoffläche und des Schlossgartens, in den 1965 ein Landratsamt-Erweiterungsbau gesetzt wurde.

Der Restbestand ging dann 1993 in den Besitz der Stadt Höchstadt über.

Wappen

Im Schlosshof und über dem Schlossportal finden sich verschiedene Wappen.

Im Schlosshof: 

Stehender Löwe - wohl von Graf Goswin von Höchstadt, 13. Jhdt.;

schreitender Löwe mit Balken - Hochstiftwappen Fürstbistum Bamberg;

Adler - Fürstbischof Albrecht von Wertheim, 15. Jhdt. 

Wappen über dem Schlossportal: 

Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn, 18. Jhdt.

Stadtturm

Der Stadtturm gilt als das Wahrzeichen Höchstadts. Er ist ein erhaltener Torturm aus der zweiten von insgesamt drei Stadtmauern bzw. Befestigungsringen. Erbaut im 14. Jahrhundert besteht er aus Sandsteinbuckelquadern mit Zangenlöchern und Saumschlag. Den oberen Abschluss bildet eine barocke Achteckhaube. An der Nordseite befindet sich ein Freitreppenaufgang, ebenfalls aus Sandsteinquadern und mit Schmiedeeisengittern versehen.

Zum Schutz der Bürger: Schlagtor, Wassergraben und "Pechnase"

Es gab ursprünglich insgesamt 3 Tore: das innerste in Richtung Westen zur Stadt hin, das mittlere in Richtung Osten und das äußerste im Osten an dem zweigeschossigen Vorbau.

Dieses äußerste Tor erhielt den Namen Schlagtor, da es mit einem „Schlag-Ring“ versehen war, mit dem Ankömmlinge sich nach Sonnenuntergang beim Türmer bemerkbar machen konnten. Das Tor wurde bei Sonnenuntergang geschlossen; der Türmer öffnete einen schmalen Durchlass, wenn ihm die Ankommenden vertrauenswürdig erschienen.

Die Ansiedelung wurde weiterhin durch einen 15 m breiten Wassergraben und eine Zugbrücke gesichert. Diese musste wegen Baufälligkeit erneuert werden, so dass wir heute eine gepflasterte Straße haben.

Zum Schutz der Bürger gab es weiterhin eine sog. ‚Pechnase’: Mit ihrer Hilfe konnte heißes Pech, auch heißes Wasser oder heißes Öl auf unerwünschte Eindringlinge geschüttet werden. Zwischen dem mittleren und dem innersten Tor gab es eine Öffnung im Boden des 1. Obergeschosses, durch welche Steine zur Abwehr geworfen werden konnten.

Der Türmer

An der Nordseite des Turms stand ein zweistöckiger Anbau, der dem Türmer und seiner Familie als Wohnhaus diente.

Die Aufgabe des Türmers war es, die Bewohner der Ansiedlung vor Gefahren (Feuer, Feinde, sonstiges unliebsame Gesindel) zu warnen. Hierzu hatte er eine große Trommel, die er schlug, wenn Gefahr im Verzug war.

Der letzte erwähnte Türmer war Georg Schätzel. Er lebte mit seiner Frau und acht Kindern in dem Anbau an der Nordseite. Als er 1896 starb, wurde das Wohnhaus an der Nordseite abgerissen.

Schranne

Der Platz „Schranne“, der ehemalige eingeschrankte Getreidemarkt (Schranke = Schranne), ist als Ensemble alter Bürgerhäuser gut erhalten. Die Häuser sind allerdings nicht älter als aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, da 1633 im Verlauf des 30jährigen Krieges Höchstadt durch schwedische Truppen fast völlig zerstört wurde. 

Linker Hand das Gebäude der ehemaligen Lokalzeitung „Aischtalbote“, das einzige Rokokohaus in Höchstadt.

Altes Rathaus

An dieser Stelle wurde bereits im 14. Jahrhundert ein Rathaus gebaut, welches im Jahr 1553 zerstört wurde, als Markgraf Albrecht Alcibiades die Stadt anzünden ließ. Der zweite Rathausbau fiel dann der Zerstörung Höchstadts im 30-jährigen Krieg 1633 zum Opfer. Der jetzige Bau stammt aus dem Jahr 1878 und zeigt eine spätklassizistische Fassade.

Inzwischen beherbergt das Gebäude das Heimatmuseum. Öffnungszeiten: Jeden 2. Und 4. Sonntag des Monats von 14.00 bis 16.00 Uhr.