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Bösenbechhofen

Bösenbechhofen (auch Wildenbechhofen genannt) – der Ortsname bedeutet etwa „zur schlechten Pechhütte" – entstand wahrscheinlich während des Siedlungsausbaus des 10. Jahrhunderts. Darauf weisen die noch am Ende des Alten Reiches bezeugten Holzgerechtigkeiten der 13 Einwohner an der Kregelmark, der ursprünglichen Landsgemein.

Streit um die Besitzverhältnisse

1209 beschwören die Bauern von Bösenbechhofen auf dem Zentgericht von der Kirche zu Schnaid ihr altes Weiderecht auf der "Mark", was ihnen Ulrich v. Reifenberg streitig macht. Das steht im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen Kloster Michelsberg, dem 1202 ein gewisser Wolfram den Ort übereignet hatte, und Ulrich v. Reifenberg. 1210 scheint der Streit beigelegt, da wir den Michelsberger Ministerialen Marquart Slicher (von Aisch) als Lehenträger seines Klosters in Bösenbechhofen finden.

Die Ministerialen von Aisch waren bereits zuvor als die wichtigsten Herren des Dorfes aufgetreten. War noch 1123 der Bamberger Bürger Gottfried Cornhunt hier mit einem Gut vom Kloster belehnt worden, so verkaufte sein Sohn Hermann 1172 das Dorf für 90 Mark lauteren Silbers an Heinrich von Aisch d. J.

Die Nachfahren der Ministerialen von Aisch, die Truchsesse von Nainsdorf, haben hier als Würzburger Lehenträger den Zehnten zu erheben, wie die Lehenbücher von 1303 und 1317 ausweisen. Einen Acker von Bösenbechhofen übergibt 1306 Heinrich von Berg dem Kloster zur Unterhaltung einer Kapelle St. Katharina im Ort, die Friedrich Sunemann gestiftet hatte. 1348 ist Bösenbechhofen wieder im direkten Besitz von Michelsberg.

Die hohe Gerichtsbarkeit teilten sich das Amt Höchstadt und die Cent Zentbechhofen. Die Dorfherrschaft und die Hälfte aller Zehnten hatte das Kloster Michelsberg inne, das hier eine Schäferei sowie Jagd- und Fischereigerechtigkeiten besaß. Wegen der ausgedehnten Fischrechte hatte das Kloster einen eigenen „Seeknecht” hier aufgestellt, der erstmals 1596 erwähnt wird. Der andere Teil des Zehnten stand der Pfarrei Etzelskirchen zu.

Wirtschaftliche Armut kennzeichnet den Entwicklungsgang des Ortes – wie schon der Ortsname belegt, der zur Unterscheidung von den anderen „Pechhöfen” dieses Gebietes verwendet wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war der Ort nicht bewohnt und verholzte. Der Jesuitenpater Gamans, der 1653 den Aischgrund bereiste, nennt ihn „halbverfallen”.

Als 1737 - 1739  im Streit der Bäckerzünfte von Steppach und Höchstadt um Absatzgebiete ihrer Erzeugnisse den Steppachern Bösenbechhofen als Verkaufsort angeboten wird, lehnen diese mit der Begründung ab, dass in diesem „sehr geringen und nicht die Hälfte nach Höchstadt gehörenden Ort kaum zwei Einwohner zu finden (sind), die ihr Brot nicht betteln müssen”.